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Zur Geologie des Bergbauareals
Ein Amphibolitmassiv am Grubenwehr bei Schönborn zwingt die Zschopau, die sogenannte "Biege" in einer großen Schleife zu umfließen. Außer dem Amphibolitmassiv am Grubenwehr baut sich die Schönborner Biege hauptsächlich aus einem Keil lokal Cordierit führenden Biotitgneises auf, der im Norden vom Mittweidaer Granit und auf den beiden Seiten von nach Südost konvergierenden Verwerfungsklüften begrenzt wird. Der Gneis des Keils hat eine flach muldenförmige Lage, er ist an den beiden Verwerfungen emporgebogen. Der südwestlichen Verwerfung folgt der Hauptgang der Lagerstätte von Alte Hoffnung Erbstolln. Dieser gehört der fluor-barytischen Bleierzformation an und war das Ziel des hier in vergangenen Zeiten durchgeführten Bergbaues. Am linken Zschopauufer wurde in diesem Gebiet auch ein Gang der edlen Quarzformation im Goldenen Prinzen abgebaut. Die Schönborner Lagerstätte besteht aus einem stark zertrümerten Gangzug mit einer Mächtigkeit bis zu 40 m und einer bisher nachgewiesenen Länge von 2184 m, der auf 287 m in seigerer Teufe bebaut wurde. Der Gangzug setzt sich aus einem Hauptgang, der seit etwa 1840 Clementine-Spatgang genannt wird, und mehreren Nebentrümern zusammen. Die Mächtigkeit des Hauptganges beträgt meist 1,5 bis 2,5 m, kann jedoch auch 7 m erreichen. Stellenweise ist der Gang aber nur 0,1 m mächtig oder nur als Ruschel- zone verfolgbar. Der Clementine-Spatgang streicht zwischen 103° und 140°, im Mittel mit 122° und damit annähernd WNW - OSO und fällt zwischen 60° und 80° gegen NO, im Mittel mit 68°. Von der Streichrichtung WNW -OSO leitet sich die Bezeichnung "Spatgang" ab. Die Lagerstätte ist fast nur in einer Region mit Gneisglimmerschiefer, Cordieritgneis, Biotitgneis, Amphibolit und Quarzit- schiefer untersucht und durchsetzt den Granulit selbst nur auf kurzen Strecken.
In einer Teufe von 130–175 m liegen die Haupterzfälle, Gangbereiche mit deutlich höheren Erzgehalten. Einige bedeutende Seitentrümer des Clementine-Spatganges erhielten gesonderte Namen: der Zschopau-Spatgang, der Carl-Spat, der Mathilde- Spat, der Caroline-Spat, das liegende Trum sowie das hangende Trum des Clementine-Spatganges. Der Hauptgang und alle Seitentrümer enthalten die gleiche Mineralisation und dürften daher kogenetisch sein. Die Gangausfüllung stellt ein charakteristisches Beispiel der fluor-barytischen Bleierzformation nach Herder oder der Halsbrücker Formation Freieslebens dar. In der Schönborner Lagerstätte bilden Fluorit, Baryt, Quarz und Calcit in wechselnden Anteilen die hauptsächliche Gangausfüllung.  Galenit, Pyrit, Chalkopyrit und Fahlerz sind die häufigsten Erze. Die vorherrschende Gangart bilden teilweise Fluorit und Baryt, eilweise der Quarz. Verschiedene Gangabschnitte enthalten jedoch nur zersetzten Gneis oder Bruchstücke des Nebengesteins. In der Betriebsperiode des 19. Jahrhunderts wurden teilweise prachtvolle Mineralstufen abgebaut und gelangten weltweit in bedeutende Sammlungen, so z.B. auch in die Mineralogischen Sammlungen der Bergakademie Freiberg. Auch Privatpersonen kamen in den Besitz Schönborner Stufen. Dem Verein "Alte Hoffnung Erbstolln" wurden einige dieser Stufen als Dauerleihgaben zu Ausstellungszwecken überreicht. Derzeitig sind im Areal keine Mineralfundpunkte bekannt, da der gesamte Bereich der Grube unterhalb des Zschopauspiegels durch Grundwasser überflutet ist.
Gangaufschluß des Clementine-Spat- ganges mit Bleiglanz (grau) und Flußspat (gelblich) im Bereich der Tiefbaue von Alte Hoffnung Erbstolln, derzeit überflutet. Die Gangmächtigkeit beträgt hier ca. 20-30 cm.
Alte Hoffnung Erbstolln e.V.  -  Schönborn